Weihnachten ohne Tradition ist einfach nicht Weihnachten

flourish103/ Dezember 14, 2019/ Adventskalender, Emotionen, Essen, Gesellschaft, Kulinarisches, Persönliches, Trinken/ 0Kommentare

Weihnachten ohne Tradition ist einfach nicht Weihnachten

Adventskalender 2019 - 14. Türchen

Seit Wochen hören wir Weihnachtslieder und -alben, haben am Nikolaustag die Schuhe rausgestellt und wissen alles, um den perfekten Weihnachtsbaum aufzustellen. Alles typische Traditionen, die ganz fest mit der Weihnachtszeit verknüpft sind und lange vor den eigentlichen Weihnachtstagen beginnen. Zu keiner Zeit des Jahres gibt es so vieles, das einfach unbedingt dazu gehört, damit es sich vollständig anfühlt. Christmette, Bescherung, Weihnachtsessen: Auch an den Feiertagen selbst gibt es so viele und so wichtige und vor allem auch ganz persönliche Traditionen, dass ich ihnen heute ein ganzes Türchen im Adventskalender widme.

Traditionelles Weihnachtsfernsehen und Co. KG

Schon in der Überschrift werden einige eine weihnachtliche Tradition wiedererkennen, die aus ihrer Einstimmungszeit auf Weihnachten absolut nicht wegzudenken ist. Auf Twitter wird spätestens im September bekannt gegeben ab wann, wann und wo die Serie Weihnachtsmann und Co. KG in diesem Jahr wieder im TV zu sehen sein wird. Und auch wenn ich die Serie natürlich kenne und schon gesehen habe, springt dieser Funke auf mich nicht so recht über. Vielleicht, weil ich sie auch schon als Kind nie gesehen habe. Trotzdem verstehe ich nur zu gut, warum für viele einfach nicht richtig Weihnachten ist, solange sie das nicht angesehen haben.

Seit einigen Jahre beginnt Weihnachten für mich am Abend vor Heilig Abend so richtig. Am 23. Dezember brechen alle noch nicht ganz endgültig zu ihren Familien auf, die letzten Vorbereitungen sind aber (hoffentlich) abgeschlossen und man hat noch einmal diesen einen letzten Moment, bevor es richtig losgeht. Zeit, es sich auf dem Sofa gemütlich zu machen und einen weihnachtlichen Film anzusehen. In meinem Fall war das meistens Das Wunder von Manhattan in der Version von 1994, aber hier kann die Tradition wohl der Menge an Weihnachtsfilmen entsprechend ausgelegt werden. (Wer hierfür noch Tipps braucht – einfach nochmal im Türchen von gestern nachschauen!)

Tradition Weihnachtsfilme

Der Abend vor Heilig Abend – Traditionen zum Weihnachtsauftakt

Ein bisschen ist es bei mir so wie in Großbritannien, wo zwar am Heiligen Abend schon das Weihnachtsfest gefeiert wird – mit Christmette, Festessen, Lieder und allem, was man sich so vorstellt – aber eben erst am nächsten Morgen Geschenke gibt. Ich kenne gleich zwei Traditionen, den letzten Abend vor Weihnachten zu verbringen. In einem Kölner Stadtteil laden zwei besonders liebe und besonders (Weihnachts-)verrückte Menschen alljährlich zum so genannten 5. Advent in ihr bescheidenes und über und über mit Weihnachtsdekoration behangenes Heim ein. Es gibt einen Adventskranz mit 5 Kerzen, alle bringen ein wenig zu essen mit und genießen mit Freunden, Bekannten und Unbekannten einen wunderbaren, festlichen Abend mit Buffet, Gesang und guter Laune.

Mindestens die beiden letztgenannten gibt es auch bei einer zweiten, an sich ähnlichen Tradition zur endgültigen Einstimmung auf Weihnachten: Beim „Warten auf‘s Christkind“ versammelt man sich in gemütlicher Runde, isst vielleicht ein paar Plätzchen, hört Weihnachtsmusik und genießt vor allem noch eine letzte Runde Glühwein, Punsch oder andere Weihnachtsgetränke (die Auswahl ist auch hier groß, wie wir gelernt haben). Das mit dem Gesang und der guten Laune kommt dann irgendwann von ganz allein. Auch diese Tradition gibt es natürlich in unterschiedlichen Ausprägungen. Ein alternativer Titel ist zum Beispiel „Saufen, bis das Christkind kommt“. Klingt nicht ganz so besinnlich, passt aber durchaus zu anderen weihnachtlichen Traditionen…

Tradition Weihnachtsgetränke
Tradition Weihnachtsfeier

Heilig Abend – ein ganzer Tag voller Tradition

In meiner Heimatstadt ist es Brauch, dass sich am Morgen des 24. Dezember viele Menschen mitten in der Stadt, unweit des Marktplatzes zum alljährlichen Frühshoppen versammeln. Eine kleine Gasse, unzählige Menschen, etwa genauso viele alkoholische Getränke – es kommt sofort das Gefühl von Weihnachtsmarkt auf. Diese Tradition kenne ich nicht aus eigener Erfahrung, führt aber immer wieder zur allgemeinen Erheiterung, wenn Oma von den Erlebnissen (mancher) ihrer Kinder und deren Folgen an der Festtafel erzählt. Aber das ist wirklich eine andere Geschichte…

Wenn ich Heilig Abend nicht mit der Familie verbringe, bin ich einfach zu Hause und alle, die mögen oder auch einfach keine andere Idee oder Möglichkeit haben, sind herzlich eingeladen. Es sind alle zu Gast, die bei niemandem zu Gast sind. Wer das nicht möchte, sollte den Abend auch nicht allein verbringen müssen. Es ist keine große Feier, kein riesiger Aufwand, sondern einfach ein schöner, geselliger, ja, besinnlicher Abend. Wir hören Weihnachtsmusik, essen Kartoffelsalat und Bockwurst (das typische Weihnachtsessen? – dafür braucht es ein eigenes Türchen!) und wichteln mit Geschenken im Wert von maximal 5 Euro. Wichteln – noch so eine Tradition, bei der man sich gegenseitig kleine Dinge schenkt und vorher nicht weiß, wen man beschenkt oder von wem man beschenkt wird – und mit was.

Tradition Weihnachtsfrühshoppen

Der 1. Weihnachtstag – endlich ist wirklich Weihnachten

Richtig gelesen. Es ist schon fast ein ganzer Dezember voller Tradition vergangen und die letzten beiden Tagen waren voll mit typisch weihnachtlichen Dingen – aber eigentlich ist erst am 25. Dezember wirklich richtig Weihnachten – was ja auch der Name des Feiertages schon sagt. In Großbritannien werden folgerichtig auch erst am Weihnachtsmorgen die Geschenke ausgepackt. Auch hierzulande ist das inzwischen vielen bekannt, spätestens nachdem man die Harry Potter-Reihe gelesen hat.

Und natürlich reißen die Traditionen auch zum eigentlichen Weihnachtsfest nicht ab. Die beiden Weihnachtstage gehören fest der Familie. Am ersten Weihnachtstag kochen meine Schwester, Papa und ich das Weihnachtsmenü, damit Oma nicht in der Küche stehen muss und mit Opa gemeinsam den ganzen Abend genießen kann (eine von vielen Geschenkideen für Menschen, die schon alles haben). Und für alle, die so viel Zweisamkeit und Gespräche mit Familienmitgliedern nicht ertragen, gibt es natürlich die entsprechenden weihnachtlichen Getränke – und die Helene Fischer Show.

Weihnachtsgeschenke unter dem Weihnachtsbaum

Der traditionelle Weihnachts-Abschluss

Seitdem ich denken kann, habe ich wirklich jeden 2. Weihnachtstag bei den Eltern meiner Mutter verbracht. Alle ihre Kinder, Enkel und Urenkel und deren Anhang sind an diesem Tag in ihr Haus eingeladen. Schon am Nachmittag versammeln wir uns nach und nach dort – alle in der Küche, weil das Wohnzimmer verschlossen ist. Die ganze Familie trudelt ein, man wünscht einander „Frohe Weihnachten“ und wenn wir vollzählig sind (also einige im Hausflur stehen, weil die Küche längst nicht mehr alle beherbergen kann), singen wir Weihnachtslieder, bis aus dem Wohnzimmer das Glöckchen klingelt. So ist Kling, Glöckchen, Klingelingeling nicht nur eines der wichtigsten Weihnachtslieder, sondern auch immer das letzte.

Das ganze Wohnzimmer steht voller Geschenke, sortiert nach Generationen, alle mit Namen versehen. Dazwischen steht ein Weihnachtsbaum, eine Krippe und mehrere Schalen mit weihnachtlichen Leckereien. Und so packen alle gemeinsam ihre Geschenke aus, freuen sich über die eigenen und die der anderen und teilen das Weihnachtsgefühl miteinander, bevor es dann gemeinsam mit mehreren Fahrten in einem Großraumtaxi zum gemeinsamen Essen geht. Alle sitzen an einer großen Tafel, niemand aus der Familie muss sich um das Kochen, Servieren und Einschenken kümmern. Wir haben Zeit, ganz für uns. Das ist sowieso die schönste aller Weihnachtstraditionen.

Und welche Traditionen habt ihr zu Weihnachten?

Merry Blogmas: 24 Türchen – 3 Blogs – 1 Adventskalender

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