Vom Luxus der Freiheit

flourish103/ September 5, 2018/ Emotionen, Persönliches, Social Media/ 0Kommentare

Vom Luxus der Freiheit

Freiheit ist ein hohes Gut. Vielleicht das höchste, das wir haben. Und ich musste in letzter Zeit ohne auskommen. Nein, ich war nicht eingesperrt. Zumindest nicht im wörtlichen Sinne. Und dennoch befand ich mich in einem Gefängnis. Wer dieses Blog mehr oder weniger regelmäßig verfolgte musste nach geraumer Zeit feststellen, dass ich nicht nur nichts neues mehr veröffentlichte, sondern das Blog sogar verschwand. Das hatte vielfältige Gründe, aber einen, der letztlich entscheidend war.

Zwänge von Außen

Durch die alleinige Gültigkeit der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sah ich mich gezwungen, die Website, unter der mein Blog jahrelang erreichbar war, sozusagen vom Netz zu nehmen. Trotz einiger Pausen, die sich teilweise über mehrere Monate erstreckten, war mein Blog seit seinem ersten Tag am 11. September 2012 durchgängig erreichbar gewesen. Eine Verordnung, die in erster Linie dem Schutz von Bürgerrechten dienen soll – ausgerechnet – sorgte nun dafür, dass ich, ohne jemals auch nur irgendwelche Daten der Menschen, die mich seitdem begleiten, bewusst gespeichert zu haben, gegen geltendes Recht zu verstoßen drohte. Und dennoch kann ich nicht umhin anzuerkennen, dass der Schutz persönlicher Daten wichtig ist. Zwar sind sich viele Experten einig, dass die DSGVO über ihr Ziel hinaus schießt, doch sie hat beispielsweise mich gezwungen mich mit der Verarbeitung und dem Schutz der Daten derjenigen auseinanderzusetzen, die mein Blog besuchen und nutzen, indem sie es lesen, Kommentare hinterlassen, es teilen und ganz einfach mit Leben füllen. Das erfordert einiges an Arbeit, die nötige Muße dazu und – vor allem – Zeit. Nicht alles davon hatte ich ständig während der vergangenen Monate. Und doch, hier sind wir.

Zuhause!

Und wir sind nicht nur wieder hier, sondern zugleich auch an einem neuen Ort. Denn die Auseinandersetzung mit all diesen Dingen gab mir zumindest auch endlich die Gelegenheit, mir den lange gehegten Wunsch zu erfüllen, mein Blog nicht nur neu zu gestalten, sondern ihm auch ein festes, eigenes Zuhause zu geben. Ab sofort blogge ich also nicht nur wieder, sondern auch unter einer eigenen Adresse. Zwar ist die Website inzwischen wieder online erreichbar, alle aktuellen Beiträge werden aber unter der alten Adresse nicht mehr zu finden sein. Und so kehre ich also gewissermaßen an ein neues Zuhause zurück.

Mir hat etwas gefehlt. Das merke ich schon, während ich diese Zeilen meines ersten, neuen Beitrags tippe. Schon in den letzten Tagen, als diese Website immer mehr Gestalt annahm, erst langsam, in Form der fertigen Datenschutzerklärung, dem Platz auf einem Webserver und ein paar Ideen, wie es gehen könnte und dann doch immer schneller mit dem Gestaltung des neuen Blogs, dem Umzug der Beiträge und ihrer Anpassung an neuer Stelle, wuchs neben meiner Vorfreude auch meine Ungeduld. Mir wurde richtig bewusst, wie sehr mir das hier gefehlt hat. Wie sehr du mir gefehlt hast. Meine Gedanken wollen sich wieder Bahn brechen können. Meine Gefühle wollen in Worte fließen und die vielen neuen Ideen, die Kraft, die Motivation die in mir wieder wächst wollen ausbrechen, umgesetzt und geteilt werden.

Endlich ausbrechen

Denn auch wenn ich selbst nicht eingesperrt war, das Fehlen der Möglichkeit meine Gedanken und Gefühle in geschriebenes Wort zu bringen, das auch anderen zugänglich wird, war wie ein Gefängnis. Aufschreiben allein mag eine Hilfe sein, um die Gedanken zu ordnen, aber dennoch ist es für mich nicht vergleichbar damit, sie mit denen zu teilen, die sie kennen wollen. Ich brauche das Bewusstsein, mit ihnen nicht allein zu sein. Ich rufe nicht umsonst immer wieder auch zu Feedback auf und freue mich darüber, wenn ich es bekomme – ganz gleich, ob es nun positive Rückmeldungen sind, negative Kritik oder einfach die Anmerkung, das meine Worte nicht ungehört verhallen. Mir hilft es dabei, zu reflektieren. Mich selbst, meine Vorstellungen und Meinungen und natürlich auch mein persönliches Umfeld. Und so bin ich gespannt, wie es hier weitergeht und freue mich darauf.

Ab jetzt wird es also hier wieder regelmäßig etwas zu lesen geben. Und ich kann versprechen, dass nicht alles davon sich so sehr um sich und mich selbst kreisen wird, wie dieser Beitrag hier. Ich hatte sogar überlegt, ob es überhaupt eine Art „Comeback“-Beitrag geben soll, oder ob ich sofort mit einem Thema beginne, als sei nichts gewesen. Schließlich handelt das Comeback-Album von Musikern auch nicht ausschließlich von der Rückkehr ins Rampenlicht. Und doch kann ich nicht anders, als zuerst einmal Hallo zu sagen. Hallo, zu dieser neuen Website, zu allen, die hier ganz neu sind und zu allen, die mich trotz aller Unterbrechungen bis an diese Stelle begleitet haben. Und natürlich auch zu mir selbst. Mein letzter Beitrag vor der langen Pause handelte von den Fragen des Lebens. Und auch wenn es den Anschein gehabt haben könnte, war ich nicht untätig, sondern habe den darin angesprochenen Ansatz weiter verfolgt. Und so gab es von mir auf Twitter im Laufe der Monate einige ebendieser Fragen mit zum Teil überwältigendem Feedback. Auch das hat mir dabei geholfen Motivation zu finden, hier weiter zu machen, mir neue Ideen auf den Weg gegeben und nicht zuletzt natürlich auch Antworten auf diese Fragen geliefert, die ich natürlich auch hier in Worte fassen will. Doch all das sind andere Geschichten…

Gedanken werden Worte

Ich freue mich auf neue Erfahrungen, gemeinsame Erlebnisse, die Gelegenheit #MeineMeinung zu diversen Themen zu äußern und eine neue, lose Reihe, zu der die Idee in mir in den letzten Wochen gereift ist und die nun endlich ins Leben gerufen werden kann. Ich brenne darauf, den Weg endlich weiter zu gehen, den ich vor fast sechs Jahren mit dem ersten Schritt in einen Zug begann und von dem ich damals nicht gedacht hätte, wie sehr er mein Leben verändern und nachhaltig prägen würde. Es wird manchen übertrieben vorkommen, wie ich das formuliere. Und wenn ich genau darüber nachdenke, wahrscheinlich auch mir selbst. Denn noch vor ein paar Tagen hätte ich nicht gedacht, was es mir bedeutet, diese Worte schreiben zu können. Natürlich, auch ohne mein Blog finde ich mich im Leben zurecht. Ich habe nicht den Druck, unbedingt bloggen zu müssen und ich weiß, dass es beim besten Willen wichtigeres gibt im Leben. Und doch bin ich so froh, hier zu sein, habe Gänsehaut, während ich diese letzten Zeilen dieses Beitrags tippe. Und am liebsten möchte ich ihn gar nicht beenden, so sehr genieße ich das Gefühl von Freiheit, das sich wieder in mir ausbreitet. Was für ein Luxus!

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