Soundtrack des Jahres 2018

flourish103/ Januar 4, 2019/ Medien, Musik, Radio, Soundtrack des Jahres/ 1Kommentare

Soundtrack des Jahres 2018

Nie konnte ich Musik so fühlen, erleben und vor allem hören wie 2018. 

Auf Twitter und Facebook startete ich Jahresende schon die Challenge #30Songs2018, um jeden Tag einen Song zu teilen, der ein Teil des Jahres war. Doch unter #SoundtrackDesJahres gibt es darum nicht nur die Aneinanderreihung gehörter Songs, sondern auch eine Art „Personal Best Of“ in verschiedenen Kategorien. Bisher nur als vorläufige Auflistung mit mehreren Möglichkeiten in jeder Kategorie, nächste Woche gibt es dann die Auflösung mit meinem persönlichen Soundtrack Des Jahres 2018.
Fehlt etwas in einer Kategorie – oder gar eine ganze Kategorie? Immer her mit Kritik und Feedback!

Filmmusik des Jahres

  • A Star Is Born
  • Call Me By Your Name
  • Love, Simon
  • Mamma Mia! Here We Go Again
  • The Shape of Water – Das Flüstern des Wassers

Sorry, aber daran kommt man einfach nicht vorbei, wenn man Musik in Filmen 2018 betrachtet (und anhört). The Shape of Water hat meiner Meinung nach durchaus zurecht den Oscar 2018 erhalten, aber reicht von der Hörbarkeit im Alltag natürlich bei weitem nicht an die Songs von Lady Gaga und Bradley Cooper heran. Ähnliches gilt für Call Me By Your Name, auch wenn ich den Song A Mystery of Love wirklich liebe. Love, Simon und Mamma Mia! haben natürlich sehr gut hörbare Soundtracks und hätten vielleicht in manch anderem Jahr gewonnen – aber nicht gegen A Star Is Born. Bohemian Rhapsody fand deshalb hier keine Berücksichtigung, weil die Musik nicht neu ist.

Filmsong des Jahres

  • Always Remember Us This Way (A Star Is Born) – Lady Gaga
  • Andante, Andante (Mamma Mia! Here We Go Again) – Lily James
  • Ashes (Deadpool 2) – Celine Dion
  • Revelation (Boy Erased) – Troye Sivan
  • Shallow (A Star Is Born) – Lady Gaga, Bradley Cooper

Ja, ich weiß, Shallow hat den Golden Globe bekommen und wird vermutlich auch den Oscar abräumen, ohne dass Always Remember Us This Way überhaupt nominiert ist. Es war auch der große Erfolg dieses Songs, der den Film stark gemacht hat. Doch schon im Kino war Always Remember Us This Way das Lied, das mich von seiner Kraft und der Aussage seiner Lyrics am meisten mitgenommen hat. Ashes ist ein fantastisches Lied und stand sehr lange ganz weit vorne, obwohl ich auch Revelation rauf und runter gehört habe. Andante, Andante in der Filmversion trifft mich jedes Mal, auch schon im Kino und bleibt nur knapp hinter der Nr. 1.

Musikfilm des Jahres

  • Bohemian Rhapsody
  • A Star Is Born
  • Mamma Mia! Here We Go Again

Alle drei Filme haben mich begeistert, auf völlig unterschiedliche Weise, und ich könnte insbesondere zwischen A Star Is Born und Bohemian Rhapsody nur schwer einen Qualitätsunterschied benennen. Entscheidender Faktor war, dass Bohemian Rhapsody für mich einfach noch viel mehr Musikfilm ist. Die Musik steht im Zentrum, nicht die Lovestory.

Video des Jahres

  • Ashes – Celine Dion
  • 1999 – Charli XCX, Troye Sivan
  • Big God – Florence & The Machine
  • Bloom – Troye Sivan
  • Nothing Breaks Like A Heart – Mark Ronson, Miley Cyrus

Dass Celine Dion hier gewinnt, ist eigentlich kaum ihr Verdienst (abgesehen davon, dass sie den Song einfach großartig singt, natürlich). Aber die Idee, Deadpool auf High Heels zu einer Ballade Ballett tanzen zu lassen hat mich vom ersten Moment so begeistert – und im ersten Moment so überrascht – dass es einfach mein Lieblingsvideo 2018 ist. 1999 versetzt mich in meine Jugend – und das so schlecht, dass es wieder großartig ist. Die Performance, Kameraführung und den Gesamtausdruck in Big God finde ich sogar noch stärker als in Hunger – und es wird nur ein Song pro Act nominiert. Da Troye Sivan in 1999 nur Co-Act ist, schafft es auch Bloom, der mich persönlich für meine Auftritte stark inspiriert. Und Miley ist endlich mal wieder Miley, wie ich sie sehen will (auch wenn ich diese Frisur fürchterlich finde).

Comeback des Jahres

  • Cher
  • ABBA
  • Elton John

Comebacks? Waren die überhaupt je weg? Zumindest über ABBA lässt sich das ganz sicher sagen, doch trotz Chers ABBA-Album und eines riesigen Medienhypes um eine Reunion gab es eben 2018 keine neue Musik von ABBA. Die gab es – trotz eines neuen Albums – auch nicht von Elton John, da er auch lieber andere hat für sich singen lassen. Folgerichtig kann das Comeback des Jahres – mal wieder – nur Cher gehören. 

Entdeckung des Jahres

  • Troye Sivan
  • AURORA
  • Gavin James
  • George Ezra
  • Jamie Lawson
  • LEA
  • Lewis Capaldi
  • Netta
  • Picture This
  • SYML

Hier ging es mir nicht darum, ob ein Act völlig neu in der Musikszene auftauchte, sondern ob ich etwas oder jemanden völlig neu für mich entdecken könnte. Das trifft auf alle in dieser Liste zu. Manche nur mit einzelnen Songs, andere mit ihrer Attitüde, ihrer Stimme, der Gesamterscheinung. Wie verrückt ist bitte AURORA? Wer diese hohe Stimme hört und noch nie die wilde Frau dazu gesehen hat erschreckt sich vielleicht beim ersten Mal ein wenig. Und was für einen Stimmklang hat Lewis Capaldi? Sicher nicht für jeden Geschmack, aber mich trifft er total. Das gilt auch für Picture This, die ich schon gern hörte bevor ich sie unverhofft live sehen konnte. Danach war es um mich geschehen. Und wo wir schon davon sprechen: Ich hatte schon einige Lieder von ihm gehört, bevor ich wusste, dass sie von Troye Sivan sind. Und noch später erst wusste ich, wie er aussieht. Und dann sah ich, wie er performt. Was für eine Entdeckung!

Newcomer des Jahres

  • Bradley Cooper
  • LEA
  • Lily James
  • LSD
  • Netta

Nicht alle Beteiligten und Namen in dieser Kategorie hat man vorher noch nie gehört. Andere dagegen schon. Alle fünf haben 2018 im Bereich Musik etwas geschafft, dass sie in dieser Form vorher nicht erreichten. LEA feierte den Durchbruch in Deutschland, Netta gewann den Eurovision Song Contest und Lily James zeigte, dass sie nicht nur Schauspielerin, sondern auch Sängerin ist. LSD ist – mal wieder – ein Wahnsinnsprojekt an dem Sia beteiligt ist und ich finde kein Ergebnis dieser Zusammenarbeit mit Labrinth und Diplo auch nur ein bisschen schlecht. Aber mal eben einen Welthit zu landen, ohne dass vorher überhaupt jemand auf der Welt wusste, dass du singen kannst – obwohl dich die Welt schon kannte – das muss man erstmal bringen.

Live Act des Jahres

  • Tom Odell
  • Anne-Marie
  • Ed Sheeran
  • Jamie Lawson
  • Lewis Capaldi
  • Netta
  • Picture This
  • Sam Smith

Eine ganz schwere Entscheidung. Aufgelistet sind hier alle Live-Acts, die ich 2018 gesehen habe, die ansatzweise das Potenzial haben, auch die beste gewesen zu sein. Das Wort „ansatzweise“ beschreibt aber ganz gut, was für die meisten in der Liste gilt. Wirklich knapp war es nur ganz vorne. Doch die Emotionen, die Tom Odell in mir auslöste – zunächst mit seinem Album und dann noch mehr beim Live-Erlebnis – bleiben auch von zwei Weltstars unerreicht. So sehr habe ich noch nie gesungen, getanzt und gelebt bei einem Konzert.

Song des Jahres

  • Zu dir – LEA
  • Always Remember Us This Way – Lady Gaga
  • Andante, Andante – Lily James
  • Ashes – Celine Dion
  • Bloom – Troye Sivan
  • Flames – Sia, David Guetta
  • Hunger – Florence & The Machine
  • If You Wanna Love Somebody – Tom Odell
  • It Happened Quiet – AURORA
  • Shallow – Lady Gaga, Bradley Cooper
  • Thunderclouds – LSD

Hier gab es keine Begrenzung der Menge, aber es wurde wieder nur jeweils ein Song pro Act nominiert (wobei Duette etc. als einzelne Acts zählen). Wenig überraschend steht niemand in dieser Liste, der nicht auch schon bei vorigen Kategorien auftauchte. Dementsprechend einfach mag es sein, zumindest den ein oder anderen Song nach dem Ausschlussprinzip durch das Raster fallen zu lassen. Am Ende ist es nicht der meistgehörte Song 2018 und nicht der erfolgreichste. Nicht die beste Live-Performance und nicht das beste Musikvideo geben den Ausschlag. Es ist ein Song über Liebe, Freundschaft, Verbindung wie man sie nicht mit jedem Menschen erreicht. Genau genommen nur mit einem. Und wenn ein Text über diese Einzigartigkeit kombiniert wird mit einem so tanzbaren Lied, das mich mit seinem Rhythmus, seiner Leichtigkeit und Lebendigkeit jedes Mal tanzend und singend vom Sitz reißt und zugleich in eine emotionale Achterbahnfahrt stürzt, dann könnte es gar nicht passender sein für mein Jahr 2018. Es ist vielleicht nicht das beste Lied des Jahres. Aber es ist mein Lied 2018.

Album des Jahres

  • Jubilee Road – Tom Odell
  • A Star Is Born – Lady Gaga, Bradley Cooper
  • Bloom – Troye Sivan
  • High As Hope – Florence & The Machine
  • Infections Of A Different Kind – Step 1 – AURORA

Ich bin schon der Typ für Alben. Manche höre ich mir ganz gezielt von Anfang bis Ende an um herauszuhören, was genau eigentlich das Ziel war, wer erreicht werden soll, welche Geschichte das Album erzählt. Tom Odell sagt, Jubilee Road sei genau das Album, das er immer machen wollte. Und genau so klang es für mich auch vom ersten Hören an. So geht für mich Musik. A Star Is Born ist ein herausragender Soundtrack, die – für den Film wichtigen, aber musikalisch eben nicht meinen Nerv treffenden – so called 0815-Popsongs zwischendurch passen da aber halt einfach nicht ganz in mein Konzept. Ganz lange stand für mich der Meilenstein High As Hope ganz vorne, doch das letzte Drittel des Jahres hatte es musikalisch nochmal in sich. Die Entdeckung von Troye Sivan und AURORA verdrängte andere am Jahresende erschienene Alben (Muse, AnnenMayKantereit), die normalerweise sonst sicher hier gestanden hätten.

Band des Jahres

  • Florence & The Machine
  • LSD
  • Muse
  • Picture This
  • Queen

Alles, was keine Solo-Performance und kein Duett ist, sich auf der Bühne oder musikalisch als Gruppe präsentiert fällt für mich in diese Kategorie (und ja, die Backstreet Boys wären demnach auch eine Band gewesen). High As Hope ist für mich das beste Band-Album des Jahres, die Musik eine absolute Weiterentwicklung ohne die eigene Linie zu verlieren und fast jeder Song begeistert mich. LSD machte mit vier großartigen Projektsongs auf sich aufmerksam. Muse knüpfte mit Simulation Theory nahtlos an ihre starke Alben-Historie an. Picture This ist als Band für mich die absolute Entdeckung des Jahres – rein musikalisch, aber auch als Live-Act. Queen standen am Jahresende vor allem durch den Film Bohemian Rhapsody nochmal verdientermaßen im Rampenlicht.

Person des Jahres

  • Lady Gaga
  • Netta
  • Sia
  • Tom Odell
  • Troye Sivan

Wichtigster Aspekt hierfür ist das musikalische Schaffen innerhalb des Jahres. Aber auch alles, was abseits der veröffentlichten Songs geschieht, spielt eine Rolle. Wer prägt mich, wer beeinflusst die Gesellschaft, wer begeistert mit seiner Art. Welche Person aus der Musik ist die größte Inspiration für mich. Ich habe wirklich lange gebraucht, bis ich ein großer Fan wurde – falls ich das überhaupt bin – aber ihr Anteil an A Star Is Born hebt Lady Gaga einfach auf das nächste Level. Sie ist ganz oben angekommen. Die Person des Jahres aus der Musik. Netta gewann nicht nur den Eurovision Song Contest sondern auch ganz viele Herzen – und sie überzeugt mit ihrer Live-Performance. Sia ist einfach Sia. Seitdem sie zu meinem (musikalischen) Leben gehört, frage ich mich, was ich eigentlich vorher gemacht habe. LSD als neues Projekt und Flames als einer der erfolgreichsten Songs des Jahres sprechen für sich. Wenn ein einzelner Künstler – hier: Tom Odell – das Album des Jahres veröffentlicht, versteht sich wohl von selbst, dass er auch zur Auswahl der Personen des Jahres gehört. Gleiches gilt für die Entdeckung des Jahres, Troye Sivan, der nicht unbedingt nur musikalisch eine Inspiration war und ist.

Musik-Act des Jahres

  • A Star Is Born – Lady Gaga, Bradley Cooper
  • Florence & The Machine
  • Netta
  • Picture This
  • Tom Odell
  • Troye Sivan

Music-Act? Was heißt das nun wieder? Man könnte das sozusagen als Hauptpreis bezeichnen. Egal ob Band, Duett, Person – oder wie im Fall von A Star Is Born einfach ein Projekt, das musikalisch von Bedeutung war. Was wurde im vergangenen Jahr veröffentlicht? Wie waren die Auftritte? Was hat mich inspiriert? Einfach gesagt: Es ist die Gesamtsumme der anderen Kategorien, die Gesamtsumme der Eindrücke eines Jahres. Dabei ist die Anzahl nicht unbedingt begrenzt, aber ich muss schon ernsthaft über einen Music-Act nachdenken, damit er in diese Liste kommt. Es braucht mehr als „nur“ ein Album oder gar eine Single, einen Auftritt, ein Video oder einen Film, auch mehr als nur kommerziellen Erfolg oder gesellschaftlichen Einfluss. Es braucht ein Stück Musikgeschichte. Alle hier haben mehrere dieser Punkte erfüllt, aber die meisten auch einen Großteil nicht wirklich. Auch wenn das alles meckern auf hohem Niveau ist, holt A Star Is Born die höchste Punktzahl, wenn man alle Kategorien zusammennimmt – und das am Ende deutlich.

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