Schöne Pfingsten!

An Pfingsten bin ich eigentlich immer verplant. Oma und Opa laden ein, die ganze Familie kommt zusammen und wir genießen das Wochenende fernab der Realität und Alltagssorgen. Wandern im Teutoburger Wald, die Aussicht am Rheinsteig genießen, die Wälder im Sauerland erkunden, sogar auf einem Plattboot das Meer erleben. Immer wieder gibt es etwas anderes, immer wieder ist es auf neue, andere Art schön. Dieses Jahr: Ein paar schöne Tage in der Eifel, mit Wanderungen, Einkehr in verschiedenen Lokalitäten und vielen großen und kleinen Momenten, die Balsam für die Seele sind.

Denn was immer gleich ist, ist das Gefühl. Familie, Zusammenhalt, Gemeinsamkeit. Wir alle kommen aus unterschiedlichen Regionen zusammen an diesen einen Ort und sind für ein paar Tage nur dort, nur wir. Gerade in diesem Jahr, mit den Erfahrungen der letzten Wochen und Monate, genau das richtige. Für den Körper, aber vor allem für den Geist. Fernweh bekämpfen. Einsamkeit besiegen. Normalität empfinden, nur für einen kleinen, dreitägigen Moment. Frieden finden.

Pfingsten ist die Zeit für Zusammenkunft

Menschen kommen aus unterschiedlichen Regionen zusammen, finden trotz aller Unterschiede Gemeinsamkeiten, die sie genießen. Finden Frieden. Auch, wenn es gewissermaßen eher die Umkehrung dessen ist, was könnte – aus rein christlicher Sicht – schon passender sein an Pfingsten? Auch fernab aller Glaubensfragen klingt das für mich nach einer guten Sache. Und das ist es auch, erfahrungsgemäß.

Klar, auch an diesen drei Tagen ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen (Eierkuchen gab es überhaupt nur sehr selten, wenn ich so darüber nachdenke). Wer eine (Groß-)Familie hat, weiß das. Natürlich ist man nicht in allem einer Meinung, in mancher Hinsicht wird sehr kontrovers diskutiert, zuweilen sogar gestritten. In einer Sache besteht allerdings immer Einigkeit: Man will füreinander nur das beste. Wir stehen als Familie zusammen.

Das Vermächtnis meiner Großeltern

Dass ich so empfinde, dass wir so empfinden, ist der Verdienst meiner Großeltern. Für sie ist Familie alles. Ich weiß, hier bin ich zu Hause. So, wie ich bin. Nicht ohne Kritik, nicht ohne Verbesserungsvor- und Ratschläge. Aber trotz aller Schwierigkeiten, die ich ihnen und auch anderen Mitgliedern meiner Familie immer wieder bereitet habe. Trotz aller Sorgen, die sie sich wohl auch heute immer noch machen. Und ich weiß, ich bin nicht der einzige.

Dieses Gefühl, diese Verbindung gilt für alle, die Teil dieses Urlaubs an Pfingsten sind. Nicht für alle auf die gleiche Weise und nicht von allen auf die gleiche Weise. Menschen sind verschieden. Aber es gilt für alle gleich stark. Kinder, Enkel, Urenkel und alle Menschen, die nicht in diese Familie geboren, sondern irgendwann ein Teil von ihr wurden.

Pfingsten ist für mich Familie. Immer.

Und gerade deshalb ist dieser Familienurlaub so wichtig. Ganz besonders in diesem Jahr. Pfingsten ist immer dick im Kalender markiert. Da werden alle anderen Termine sofort abgelehnt, alle Planungen für das Jahr werden, wenn nötig, darauf ausgerichtet, dass diese Tage frei sind. Und selten waren die Sehnsucht und die Vorfreude größer, als in diesem Jahr. Mit diesen Feiertagen verbinde ich einfach das Gefühl von Familie. Ähnlich, wie es nur an Weihnachten ist. Und doch ganz anders.

Endlich wieder viele Menschen um mich herum, die mir wichtig sind. Gemeinsame Unternehmungen in der Gruppe. Ausflüge, draußen, in der Natur, an der frischen Luft, nach wochenlangen Einschränkungen. Gemeinsames Essen (denn wer diesem Blog schon länger folgt hat eine Ahnung davon, welche wichtige Rolle gemeinsames Essen für mich und meine Familie spielt), an einer großen Tafel. Danach Gespräche, Spiele, Erfahrungen. Neue Geschichten, von denen ich hier, in meinem privaten Umfeld und vielleicht sogar im nächsten Jahr an Pfingsten meiner Familie erzählen kann.

Eigentlich.

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