Juni 2020: 1 Monat – 10 Dinge

Juni 2020. Die Welt spielt verrückt. Das Jahr scheint sich vorgenommen zu haben, jeden Monat noch etwas neues draufzusetzen, mit dem wir so nicht gerechnet haben. Nach dem Ausbruch einer globalen Pandemie, kamen im Juni viele Auswirkungen von noch immer nicht enden wollendem Rassismus endlich ans Tageslicht und sorgten für weltweite Proteste und Solidarität. Und es ist wichtig, sich damit auseinander zu setzen. Für das einzustehen, was man richtig und wichtig findet.

Aber es ist genauso wichtig, sich um sich selbst zu kümmern. Schließlich ist man selbst auch wichtig. Letzte Woche fand ich bei GROSSSTADTGELABER einen Beitrag, der mir das – wieder einmal – sehr bewusst machte. Und davon inspiriert kommt hier meine eigene, kleine To-Do-Liste für den Juni 2020. Einfach nachmachen, abhaken oder inspirieren lassen.

1 Einfach mal eine freie Woche einlegen

Nichts vornehmen und nicht mal das schaffen. Keine Verabredungen, keine Verpflichtungen. Das Leben einfach spontan wirken lassen. Sich für die Dinge entscheiden, an denen man Spaß hat und die der Moment bereit hält. Ganz ungeplant.

Das Motto lautet: Ich an, Welt aus. Das Leben geht weiter und hält genug Veränderungen bereit, denen man nicht immer und schon gar nicht auf Dauer aus dem Weg gehen kann. Umso wichtiger ist es, sich hin und wieder eine kleine Auszeit zu gönnen, die ruhig auch mal länger dauern darf als nur ein paar Stunden. Völlig egal, ob man einfach jeden Tag draußen in der Sonne sitzt, nur im Bett liegt, oder auf dem Sofa fläzt. Hauptsache ganz ohne Schuldgefühle genießen.

2 Etwas erledigen, das man schon lange vorhat

Den Keller entrümpeln, den Kleiderschrank ausmisten, eine der Schubladen neu sortieren, in die man einfach alles wirft, das gerade nirgendwo hingehört. Viele Erledigungen, die man schon lange vorhat, sind wahrscheinlich eher lästig und anstrengend als wirklich schön. Schön ist aber das Gefühl, wenn man es endlich hinter sich gebracht hat.

Außerdem sind der Kreativität hier keine Grenzen gesetzt. Warum nicht einfach ein Bild malen, ein Gedicht schreiben oder ein Stück Torte in einem Stadtteil essen, in dem man noch nie wahr? Auch das können schließlich Dinge sein, die man immer schon mal machen wollte. Der Juni 2020 wartet nur darauf!

3 Einen Ausflug machen

Wer aufmerksam liest und geschickt plant, kann natürlich mehr als nur einen Punkt auf der Liste gleichzeitig abhaken. Zum Beispiel einen Ausflug machen, den man sowieso immer schon vor hatte. Aber auch wenn es so etwas nicht gibt oder das nicht ausgerechnet im Juni 2020 klappt (Ein Ausflug zum Rodelberg ist gerade nur bedingt empfehlenswert) – Ausflugsziele gibt es auf jeden Fall genug.

Als Ausflug kann ja vieles zählen: Ein Spaziergang zur besten Eisdiele der Stadt, eine Fahrt ins Gründe oder eine Stadt, die man noch nie besucht hat, ja, sogar ein Urlaub, der sowieso in diesem Sommer geplant war. Und wer, wenn nicht man selbst, entscheidet schon, ob ein Punkt auf der Wohlfühlliste erfüllt ist?

4 Ein Album anhören

In der Phase der (bisher) stärksten Einschränkungen wegen der COVID-19-Pandemie hatte ich mir vorgenommen, jeden Tag eines meiner Lieblingsalben anzuhören. Und das hat sogar weitestgehend geklappt, auch wenn der Lockdown gar nicht so lange andauerte, dass ich damit fertig wurde. Also bleiben noch viele Alben übrig, denen ich mich (wieder einmal) widmen kann.

Und wer keine Liste mit Lieblingsalben führt oder ganz einfach Lust auf etwas neues hat, kann ja einen Blick in die Neuerscheinungen im Juni 2020 werfen. Keine Ahnung von Musik? Na gut, hier kommen zwei Vorschläge: Zur Auswahl stehen unter anderem ein Weltstar, der ein lang erwartetes, lautes, modernes Album mit tanzbarer Musik auf den Markt geworfen hat und eine sanfte Stimme die deutschsprachige, emotionale und künstlerisch starke Texte singt und längst kein Geheimtipp mehr ist.

5 Ein Buch lesen

Völlig egal, ob als Hörbuch, E-Book oder mit Papierseiten. Aber wie wäre es, sich jetzt ganz bewusst für ein bestimmtes Buch zu entscheiden. So, dass man noch in einigen Jahren sagen kann: Das habe ich im Juni 2020 gelesen – oder zumindest angefangen. Und wenn die Entscheidung für das richtige Buch für diesen bestimmten Zeitpunkt schwer fällt: Einfach das oberste vom Stapel unerledigter Bücher!

Wie? Es gibt keinen Stapel unerledigter Bücher? Entweder läuft dann in Sachen Bücher lesen schon alles perfekt oder das ist einfach nur eine Frage der Zeit, wenn man einmal so richtig anfängt…

6 Mit einem wichtigen Menschen kochen

Gerade zuletzt war es schwierig, alle Menschen zu sehen, die man gern sehen möchte, ob aus der Familie oder dem sozialen Umfeld. Ein Treffen in der Gruppe, um gleich mehrere Menschen endlich wiederzusehen ist noch immer gar nicht so einfach. Und wer gar Geburtstag hatte oder hat, hat umso größeres Pech. Und trotzdem kann man auf einfache Art zeigen, dass man füreinander da ist und sorgt. Kaum etwas bringt Menschen so sehr zusammen, wie ein gutes Essen.

Das muss nicht schwierig oder aufwändig sein. Also kein Problem, wenn man keine große Erfahrung oder kein großes Talent beim Kochen hat. Es gibt nichts leckereres als Nudeln mit Tomatensauce mit einem wunderbaren Menschen. Aber so schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Man unternimmt etwas gemeinsam und zeigt einem Menschen, ganz simpel und unverfänglich wie besonders er für einen ist.

7 Ein offenes, emotionales Gespräch führen

Es klingt so einfach und ist so schwer: Offen und ehrlich über Gefühle sprechen! Doch auch wenn die Hemmschwelle hierfür oft gewaltig ist, ist die Freiheit, die man danach spürt umso größer. Insbesondere Gefühle, die belastend sind, bremsen oft mehr, als man sich selber gerne eingestehen will. Aber auch etwas schönes zurückzuhalten, das man jemandem eigentlich schon lange unbedingt mal sagen will, kostet Kraft.

Und es muss ja auch nicht gleich das ganz große Gewicht sein, dass man über Bord wirft. Auch ein „Ich hab dich gern und sage es dir zu selten.“ ist eine offene und emotionale Aussage. Wenn man erst einmal den Anfang macht, kann sich eine völlig neue Perspektive ergeben – und ein völlig neuer Umgang mit Menschen, die einem wichtig sind.

8 Ausgiebig baden oder duschen

Wenn ich dem Stress des Alltags entgehen will, ohne dafür einen großen Aufwand zu betreiben oder einen längeren Plan zu machen, ist ein bewährtes Mittel, ein heißes Bad zu nehmen. Aber auch, wenn man nicht den Luxus einer eigenen Badewanne genießt oder lieber duscht: Einfach mal unter Wasser – und aus dem Alltag heraus – kommen kann wahre Wunder wirken.

Hiermit ist aber ausdrücklich nicht die alltägliche Körperhygiene gemeint. Es geht nicht um einen praktischen Nutzen, sondern Genuss. Vielleicht einfach mal unter der Dusche hinsetzen. Oder das Wasser richtig heiß werden lassen und die Sorgen ausschwitzen. Einfach nur in diesem Moment sein. Das wohlige Prasseln von Wasser auf der Haut, die sanfte Pflege eines wohlriechenden Badezusatzes, das Gefühl von Sommerregen und Meer… ich schweife ab!

9 Sich etwas gönnen

Gönn dir! Ich habe mir zum Beispiel gerade diesen für mich doch eher untypischen Ausdruck gegönnt. Ob das reicht, um diesen Punkt von der Liste zu streichen? Ich weiß noch nicht so genau. Aber es beschreibt ganz gut, dass niemand anderes entscheiden kann, was hierunter eigentlich fällt.

Gönnt man sich ein leckeres Essen? Ein paar neue Schuhe? Einen Besuch im Freizeitpark? Oder einfach nur fünf Minuten Meditation morgens nach dem Aufwachen? Völlig egal! Insbesondere nach einer Phase, in der gefühlt nur sehr wenig erlaubt war, muss es auch mal sein, dass man aus dem Vollen schöpft und einfach das tut, worauf man gerade Lust hat. Aber Achtung! Einfach einen der anderen Punkt auf der Liste abzuhaken, zählt nicht. Oder? Gönn dir!

10 Sich nicht von Listen leiten lassen

Einfach mal man selbst sein. Listen helfen, den Alltag zu strukturieren, Dinge umzusetzen oder sich an etwas zu erinnern. Und ich würde niemals vorschlagen, Listen im Leben abzuschaffen. Ganz im Gegenteil.

Aber das Leben ist mehr als das. Und auch wenn auf einer To Do-List am Ende eines Tages, eines Monats oder eines Lebens(-Abschnitts) noch nicht alle oder gar keine Dinge abgehakt sind – ob das, was man erlebt und tut ein Erfolg ist, hängt nicht von einer Liste ab. Das empfindet und entscheidet man immer noch selbst.

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