Heute ist Montag

Jeden Montag veröffentliche ich hier einen neuen Blogeintrag. Eigentlich. Letzte Woche nicht. Warum? Ganz einfach: Es war Montag. Ein richtig typischer Montag sogar. Und wer kennt es nicht? Man genießt das Wochenende, erholt sich so gut es geht und nutzt nebenbei die freie Zeit, um ein paar Dinge zu machen, zu denen man einfach an Arbeitstagen nicht kommt.

Und nicht selten wird man montags dann das Gefühl nicht los, so richtig gut hat das mit der Balance zwischen Erholung und Erledigungen nicht geklappt. Man kommt schon morgens schwerer aus dem Bett als an anderen Tagen. Nicht nur, weil der Kopf nicht will. Sind nicht am Montag auch die Beine tatsächlich schwerer als sonst? Es ist jedenfalls viel anstrengender, aufzustehen. Und wenn schon das Aufstehen so viel Energie gekostet hat, ist natürlich gleich viel weniger Kraft für alle restlichen Erledigungen übrig.

So weit, so Montag.

Dass ich selber schon viel weniger Energie habe und mir deshalb alles viel schwerer fällt, ist blöd. Aber der Montag wäre nicht Montag, wenn es damit schon genug wäre. Am Montagmorgen ist alles anders. Die Kaffeemaschine hat zu wenig Wasser und ich muss schon arbeiten, bevor ich überhaupt den ersten Kaffee bekomme. Aber ich habe Glück: Es müssen weder die Auffangschalen geleert werden, noch braucht sie neue Bohnen. Ich muss also nur das Wasser aufwischen, das mir, mit müdem Kopf und noch müderen Augen, leider neben den Wasserbehälter gelaufen ist.

Als hätte ich es geahnt habe ich mir für den Tag nicht viele Aufgaben auf meine To Do-Liste geschrieben. Ein fester Kundentermin und ansonsten vor allem organisatorische Aufgaben. Die sind für den Rest der Woche ganz nützlich, aber nicht unbedingt an feste Zeiten gebunden. Und dann natürlich noch der obligatorische Blogbeitrag. Nichts umfangreiches, dazu fehlt mir schlicht die Energie. (Was habe ich mir auch überlegt, ausgerechnet am Montag einen neuen Beitrag zu veröffentlichen?)

Themen gäbe es genug, aber…

Es passiert eine Menge. In der Welt, in Deutschland, vor meiner Haustür und auch in meinen eigenen vier Wänden – auch, wenn man das Wasser, das an der Kaffeemaschine vorbeiläuft gar nicht dazu zählt. Ich muss nur einmal einen kurzen Blick in die weite Welt des Internets werfen, schon eröffnen sich mir mannigfaltige Möglichkeiten, meine Meinung über etwas kundzutun. Ein Bundesinnenheimatminister findet einen Zeitungsartikel doof und ein Fußball-Funktionär aus der Gegend um Herne-West fällt nach rassistischen Äußerungen diesmal durch Regelverstöße gegen Hygienevorschriften auf. Außerdem gibt es da noch diese Pandemie, die uns seit Monaten beschäftigt. Oder ist die jetzt etwa vorbei?

Vielleicht ist es gerade diese Vielfalt der Themen, die mich an diesem so typischen Montag schlichtweg erschlägt. Ich bin so motiviert und zugleich so müde. Kann ich nicht einfach mal irgendwie diesen Montag überstehen, meine Arbeit machen und am Ende des Tages mit einem Erfolgsgefühl ins Bett gehen? Dann kann ich wieder über diese schönen und weniger schönen, aber eben doch authentischen, kleinen Dinge schreiben. Die den Alltag ausmachen. Und die irgendwie alle schon erlebt haben. Aber weil es eben ein typischer Montag war, klappt das und zugleich nicht. Denn auch wenn ich erst diese Woche darüber schreibe, so viel ist sicher, gilt auch für alle anderen: Es war Montag.

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