Gute-Nacht-Geschichte

Gute-Nacht-Geschichte

Kindheit, Familie, Erinnerungen – manchmal muss man sich einfach eine Auszeit nehmen und ein bisschen schwelgen. Wer kommt mit?

Kindheitserinnerungen sind etwas Schönes – zumindest sollten sie das sein! Und jeder hat wohl irgendetwas, an das er sich gern zurück erinnert. In dem es sich zu schwelgen lohnt. Ein Familienausflug, gemeinsame Feste mit Oma und Opa, draußen spielen (ja, als ich Kind war, gab es das noch wirklich, nicht nur auf einem Bildschirm, dieses „draußen“), eine besondere Gute-Nacht-Geschichte – ich könnte die Liste ewig fortsetzen.

Umso erfreuter war ich, als ich vor einiger Zeit auf eine Erinnerung aus meiner Kindheit stieß, die ich zuvor längst vergessen hatte. Abends, schon recht spät, kurz vor dem Schlafengehen (also vermutlich so gegen 18 Uhr), war es Zeit für eine Gute-Nacht-Geschichte. Nicht an jedem Tag, dazu war alles viel zu abwechslunsgreich und chaotisch. Aber manchmal, wenn man den Moment nicht verpasste und Zeit dazu war, brauchte man nur das Radio einzuschalten und eine vertraute Stimme erzählte eine kurze, anschauliche Geschichte, die imstande war, für einen kleinen Moment die Welt anzuhalten.

Schon seit einiger Zeit rezensiere ich hin und wieder Medien für Kinder. Vor kurzem gab es wieder eine Kiste mit Büchern und CDs zur Auswahl und als ich einen Blick reinwarf, blieb ich sofort an einem Wort hängen: „Ohrenbär“. Das kannte ich doch! Ich brauchte einen kleinen Moment. Genau! So hießen sie, diese vielen kleinen Geschichten aus dem Radio. Natürlich habe ich mir die CD sofort gesichert. Hier sind viele der Geschichten, die noch heute immer wieder im Radio laufen, zu finden. Man kann sie alle nacheinander anhören, immer mal wieder ein paar, oder jeden Abend eine, so wie früher. Anders als im Radio, wo die Geschichten jeden Tag ein anderes Thema haben und inhaltlich in keinem Zusammenhang stehen, haben diese Geschichten etwas gemeinsam. Es sind Familiengeschichten. Zu den Erinnerungen meiner Kindheit passt das umso besser. Ich bin gespannt, was mich erwartet:

In einer Familie ist immer etwas los. Pelle begleitet Papa zur Arbeit und bringt das Büro gehörig durcheinander. Lotta ist sauer auf das „nagelneue Stinkebaby“ in der Familie, weil es den Schnabel ihre Kuschelpinguins abgekaut hat. Und weil Mama keine Zeit hat, lässt Lukas sich sein Bad eben selbst ein – ob das gut geht?

In meiner Familie kämen auch noch einige Erlebnisse von Wanderungen dazu. Ich bin gespannt, ob die in den Geschichten auch vorkommen. Schließlich hat mich gerade dieser Teil meiner Kindheit sicher sehr stark geprägt. Noch heute vergleiche ich vieles, das in meinem Leben geschieht, Aufgaben, die vor mir liegen und nicht zuletzt das ganze Leben selbst, als eine Art Weg. Wer diesem Blog schon eine Weile folgt oder die richtigen Stellen gelesen hat, den wird das nicht überraschen. Insofern tut es doch gut, auch hin und wieder mal auf ein Teilstück eines Weges zurück zu blicken.

Es ist schon einige Tage her, dass ich mir die CD gesichert habe. Und auch das ist irgendwie wie früher, nicht jeden Tag habe ich in der Hektik des Alltags die Zeit, mir diese Geschichten anzuhören. Heute nehme ich sie mir. Entfliehe den Fesseln des Alltags und gönne mir mein kleines, persönliches Stückchen Kindheit im Schaukelstuhl vor dem Klavier. Manchmal muss man einfach nochmal Kind sein, sich erinnern, woher man kommt, um zu sehen, was man hat, wo man ist und wohin man vielleicht noch gehen will. Ganz getreu dem Motto, dass auch die Pausen ein sehr wichtiger Teil einer Wanderung sind.

Wer wissen will, wie die Geschichten sind und welche Medien sonst noch so alles unter die Lupe genommen werden, kann das übrigens in der Datenbank nachlesen.

Schreibe einen Kommentar