Großstadtflucht (3)

flourish103/ Mai 26, 2013/ #footprints, Emotionen, Essen, Fotos, Kulinarisches, Trinken/ 0Kommentare

Wiederholter Frühsport, schweißtreibende Wanderung, Fundstücke in der Natur, eine außergewöhnliche Entdeckung und das örtliche Waldfest: Die Highlights des dritten Urlaubstages an Pfingsten 2013, Pfingstsonntag.

Schon wieder beginnt der Tag mit einer Tasse kräftigen Kaffees noch vor dem Frühstück und danach ausgedehnter Nutzung des Hotel-Pools. Schwimmen ist schon immer eine meiner liebsten Sportarten gewesen, sowohl als Zuschauer, als auch als Sportler selbst, wobei die Gründe dafür durchaus unterschiedlicher Natur sind. Ein Beispiel hierfür sollte ich beim nächsten und letzten morgentlichen Besuch des Wellnessbereiches erleben, aber dazu beizeiten mehr…

Erfrischt und ausgepowert, aber dennoch vor Energie und Tatendrang strotzend und nach einem erneuten ausgiebigen Frühstück gewappnet ging es an diesem Tag direkt vom Hotelparkplatz auf die 15km lange Wanderung durch die umherliegenden Wälder. Bergauf und -ab. Auf solchen Strecken habe ich es mir in den letzten Jahren zur Angewohnheit gemacht, ganz besonders an steilen Wegen, die bergauf führen, mit raschen Schritten und zumeist gestützt auf einen, oder sogar zwei, Wanderstöcke gestützt die Herausforderung zu meistern. Dabei habe ich keinen festen Wanderstab, den ich mitnehme auf solche Reisen, sondern nehme das, was die Natur mir bietet – und in einem Wald ist das eine ganze Menge Holz!
Dennoch ist so ein Anstieg schweißtreibend, schließlich beginne ich ihn meist ganz hinten in der Gruppe, die auf diesen Touren, vielen Gesprächen und unterschiedlicher Sportlichkeit sei Dank, meist ziemlich weit auseinander gezogen wird, und erreiche den Rastplatz oder den Kamm des Weges ganz vorne mit den ersten Ankömmlingen. Dabei geht es mir nicht um Wettbewerb, ich genieße einfach die Anstrenung und sportliche Betätigung. Auch ist es für mich dann leichter, diese Wege zu gehen als wenn ich mein Tempo drosseln und die Anstrengung auf diese bewusste Verlangsamung legen muss. Schwer zu verstehen, ist aber so. Erholung durch körperliche und sportliche Anstrengung hat bei mir schon immer gut funktioniert.
Aber entsprechend schweißnass bin ich dann immer schon nach dem Erklimmen des ersten Anstiegs. Auch das sonnige Pfingstwetter und die schon sommerlichen Temperaturen, über die ich mich genau wie alle anderen natürlich freute, taten ihr Übriges, besonders mit dem Proviantrucksack auf meinem Rücken.
Kurzerhand wurde bei der ersten Pause das schon durchnässte T-Shirt ausgezogen und zum Trocknen an den Rucksack gehängt. Oberkörperfrei ging es weiter – wieder eine neue Erfahrung. Das hätte ich so noch vor geringer Zeit sicher nicht gemacht. Aber ein Zeichen dafür, wie wohl ich mich fühle, in dieser Gruppe, diesem Urlaub und auch mit mir selbst in diesem Moment.

An einer Weggabelung, gleich neben einer kleinen, aber verschlossenen Waldhütte, hinter einer Hängebrücke über eine Schlucht, um die sich der Hauptwanderweg wand, machten wir unsere mittägliche Rast. Wieder ein reichhaltiges Essen aus frischem Obst und Brot, dazu verschiedener Käse, Wurst, alles, was man als Wanderer auf so einem Ausflug eben mit sich führt. So in der freien Natur, mit einem Taschenmesser geschnitten und zubereitet, kann ich mir kaum eine bessere und wohtuendere Mahlzeit vorstellen. Das gehört für mich dazu, seit ich denken kann. Ohne diese Rast auf jeder Wanderung, wären diese nicht, was sie sind.

PfingstenNaturverwüstetes WaldstückGestärkt, aber auch mit schwereren Beinen* ging es nun an den nächsten Teil des Weges. Wieder steil bergauf, was bei den meisten Wanderen nur wenig begeistertes Stöhnen hervorrief, bei mir aber für Freude sorgte. Diese hielt allerdings nur genauso kurz vor, wie auch dieser Anstieg war. Auf dem nun erreichten Weg ging es vorbei an Naturkunstwerken aus Stein und einer Fläche großer Verwüstung, die ein Naturphänomen vor einigen Jahren in diesen Wäldern hinterlassen hat.

Schon beinahe wieder zurück an unserer Unterkunft, kehrten wir noch einmal in einem für diese Gegend typischen Lokal ein. Auch das gehört zu dieser Art Urlaub dazu. Abgekämpft und müde, schweißnass und rot im Gesicht von Sonne und Anstrengung wie wir alle sind, lassen wir uns auf einer Bank im Garten hier nieder.
Das ist deshalb so erwähnenswert, weil mir in diesem Garten, unmittelbar vor unserem Aufbruch zu den letzten Kilometern des Weges, nachdem wir alle uns an Eis, Kaffee, Waffeln und natürlich Bier gütlich getan haben, ein dort gepflanzter, noch recht junger Baum auffällt. Um diesen herum sind zwei Tafeln markiert, auf denen sich die Gründungsfamilien dieses Hauses verewigt haben. Namentlich eingraviert sind die Geschwister beider Familien mitsamt ihrer Partner, ganz unverkennbar. Lediglich zwei Damen waren wohl zur damaligen zeit alleinstehend. Wirklich außergewöhnlich ist jedoch, ganz besonders, weil es an diesem Ort und in dieser Gegend überhaupt so vollkommen überraschend erscheint, eine Plakette, die sich von allen anderen unterscheidet. Dort stehen untereinander die Namen NAME und NAME.
Mit einem erfreuten und verschmitzten Lächeln ob dieser Entdeckung setze ich, als Nachzügler der Gruppe, meinen Weg fort in Richtung heimatliches Hotel…

Bierglas & Sonnenbrille

Dort angekommen, durchaus ermattet von den Anstrengungen und der vielen, ungewohnten frischen Luft dieses, aber auch des vorangegangenen Tages, ist an große Erholung erstmal nicht zu denken. Aus unserem Plan, gleich bei der Rückkehr von unserer Wanderung, noch vor der Einkehr ins Gasthaus auf dem örtlichen und schon tags zuvor angepriesenen und vorbereiteten Waldfest vorbeizuschauen, wird erstmal nichts. Zum einen ist dort schon einiges los, vor allem Publikum in meinem Alter und jünger findet sich auf dem Platz ein, zum anderen wird ein, wenn auch geringer Eintrittspreis verlangt. Beides Gründe für alle von uns, zumindest nicht mal eben kurz dort vorbeizuschauen nur um ein Bier zu trinken und Spielschulden vom Vorabend zu begleichen.
Aber auch so bekommen wir mehr als genug von den Feierlichkeiten mit. Beim vorabendlichen Bier zum Abschluss der Wanderung sitzen wir auf der Hotelterrasse, die gegenüber des Hauses auf der anderen Straßenseite liegt. So können wir nicht umhin die Scharen an jungen Menschen, die, zum Teil mit Bollerwagen und Sackkarren, beladen mit Boxen und Musikanlagen, die die gesamte Ortschaft beschallen, aber alle mit genügend Getränkevorräten ausgestattet auf der Straße vorbeiziehen und teilweise sogar am Hotel Halt machen, um sich zu stärken oder einfach nur den Moment und sich selbst zu feiern. Rammstein, die Ärzte und dergleichen hallen durch den Ort, für mich ein wahres Fest. Nur schade, dass eine feste Uhrzeit für das Abendessen eingehalten werden muss. Danach, das war mir klar, würde kaum Gelegenheit sein, ausgiebig auf dem Fest zu feiern, schließlich stand am nächsten Tag wieder ein sehr früher Start ins Haus und die Geselligkeit nach dem gemeinsamen Essen, wie sie schon an den Abenden zuvor gelebt wurde, gehört für mich fest zum Erholungsprogramm dazu, erst recht an diesem schon letzten Abend dieses Urlaubs. Zwar gab es dort an diesem noch erheblich mehr Alkohol als zuvor, ein besonderer Obstler aus verschiedenen Früchten wurde aus einer speziellen Flasche ausgeschenkt, auch der Wein war schwerer und sorgte schneller für Stimmung, aber dem Erholungsfaktor tat dies erstaunlicherweise keinen Abbruch.

Sonst wäre es mir wohl nur schwer möglich geworden mein Vorhaben, an jedem Morgen noch vor dem Frühstück das Schwimmbad aufzusuchen, in die Tat umzusetzen. Und auch am nächsten Tag sollte sich das wieder lohnen…

Weinauswahl

Eine Weinauswahl und die Flasche mit Obstler

Obstlerflasche Detailansicht

Die spezielle Flasche aus der Nähe betrachtet

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*und vor allem schwererem Bauch

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