Ein bisschen Spaß muss sein!

Immer wieder finde ich im Web schöne Dinge die ich euch präsentiere. Heute: Spaß! Wer Facebook schon in seiner Frühphase kennengelernt hat, kann sich womöglich noch daran erinnern, dass es mal von Menschen benutzt wurde, die tatsächlich dort ihre Alltagserlebnisse austauschten, mit anderen darüber kommunizierten und vor allem einfach diejenigen, die nicht live dabei sein konnten, an ihrem Leben teilhaben ließen. Inzwischen bedeutet Facebook dank neuer Funktionen nicht einmal mehr, dass man nicht (zumindest per Video) live dabei sein kann, aber die Nutzer ehemaliger (und irgendwann gescheiterter) Plattformen wie „Wer kennt wen“ und „Studi/Schüler/MeinVZ“ kamen irgendwann unweigerlich nicht mehr an Facebook vorbei. Und damit die sonstige Facebook-Gemeinde an ihnen. Wer auch nur einen einzigen dieser Menschen in seiner Freundesliste hat, kann sicher sein, dass er oder sie früher oder später auf seiner Startseite zu lesen bekommt:

Hans Wurst hat Kann diese Brezel mehr Follower haben als Justin Bieber?s Foto geteilt

oder auch wahlweise:

Lieschen Müller hat Die besten Sprüche! Täglich neue Fundstücke aus dem Internets Beitrag kommentiert

Darunter sieht man dann meisten irgendwelche Bilddateien mit einem dunklen, nicht erkennbaren Hintergrund, auf dem irgendwelche Sprüche stehen, die mit dem eigentlichen Thema der Seite (sofern „Kann diese Brezel mehr Follower haben als Justin Bieber?“ überhaupt ein Thema ist) nichts mehr zu tun haben. Abgesehen davon, dass man Follower auf Twitter hat, bei Facebook heißen die Fans. Aber das nur am Rande.
Lieschen Müllers Kommentar sucht man unter dem Beitrag dann übrigens stundenlang zwischen anderen Kommentaren die meist etwa so aussehen:

😉

🙂

Jakklin Kapunkt 😀 😀 😀

😉

Das sind wir Dennis GangstaStyler Otto Vollhorst 😀

Natürlich hat Lieschen Müller auch nur ihre beste Freundin verlinkt, damit sie den Beitrag ebenfalls auf jeden Fall lesen kann muss. Und weil ich nun darauf geklickt habe, weil Lieschen Müller ja eigentlich ganz nett ist und hin und wieder interessante Dinge schreibt, ist Facebooks unfehlbarer Algorithmus nun überzeugt davon, dass mir solche Beiträge gefallen und ich sie in Zukunft öfter lesen möchte. Hurra!

Aber es geht noch besser: Als ich in der Grundschule war (das muss etwa 10 Jahre her sein), wurden unter denjenigen, die schon schreiben konnten (das waren alle, die mindestens in der zweiten Klasse waren und nicht Kevin oder Sascha hießen oder einfach zu cool waren, um schreiben zu können – gerne auch in Kombination), auf dem Schulhof in den Klassenräumen in der Pause während des Unterrichts kleine Zettel verteilt, auf denen kurze, inhaltlich wie sprachlich gehaltvolle Nachrichten standen. Und wenn man nicht selbst auch einen Brief an mindestens drei Mitschüler verteilte, war man ein Streber und stank.
Wie in eigentlich allen Dingen, kennt das Web, insbesondere das Social Web, natürlich auch zu dieser Form von Kettenbriefen noch eine Steigerung:

Die Planeten unseres Sonnensystems stehen heute in einer Konstellation, die dazu führt, dass jeder, der diesen Text mit seinen Freunden teilt, die Liebe seines Lebens heiratet, im Lotto gewinnt und mindestens 100 Jahre alt wird. Also teile diesen Beitrag auf deiner Pinnwand, schicke ihn per WhatsApp an deine gesamte Kontaktliste und drucke ihn aus, um dein Badezimmer damit zu tapezieren. Wenn du das nicht machst, sterben auf dem Mond 30 Einhörner und du wirst den Rest deines Lebens Pech haben.

Na ja, soweit so gut. Abgesehen von den Einhörnern könnte man es durchaus so sehen, dass 100 Jahre alt werden, die ganze Zeit verheiratet sein und genau dann im Lotto gewinnen, wenn das jeder andere auch schafft, schon ein ziemliches Pech ist, also gar kein großer Unterschied zwischen dem einen und dem anderen Fall besteht.
Und selbst wenn man tatsächlich den Mut aufbringt, den Tod von 30 Einhörnern zu riskieren (vermutlich sind die deshalb ausgestorben), kann man sich nicht davor schützen, dass auch diese Kettenbriefe auf der Facebook-Startseite, per WhatsApp-Message oder (wenn es ganz blöd läuft) im Gästebad bei Tante Frida auftauchen. Und das gleich mehrfach. Schließlich sind ja viele meiner Freunde auch untereinander befreundet. Und so können manchmal Wochen vergehen, in denen jeden Tag ein und derselbe Beitrag über den Screen flattert. Wenn dann endlich Ruhe einkehrt, kommt a) schon der nächste derartige Text und b) garantiert irgendwann drei Wochen später ebenjene Tante Frida, bei der das Spiel nun auch endlich angekommen ist.

Aber wie ich schon öfter an solchen Stellen sage: Man darf sich den Spaß nicht verderben lassen. Schon gar nicht, wenn man von Berufs wegen mehr oder weniger dazu gezwungen ist, nicht nur Social Media zu nutzen, sondern zu analysieren und genau diese Art Beiträge auszuwerten und womöglich sogar für sich zu nutzen. Da sind Abwechslungen und Beiträge, die auf humorvolle Art zeigen, wie sie zu Kettenbriefen stehen, höchst willkommen. Diese Woche geht der vielleicht beste seiner Art unter meiner Facebook-Gemeinde herum (ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an Herrn M. aus K.), den ich euch natürlich nicht vorenthalten will! Natürlich kommt auch hier wieder das Einhorn vor. Und ja, ihr dürft ihr gern weiterteilen, aber bitte nicht mit mir. Sonst stirbt eure Katze. Oder wahlweise Oma. Oder was ihr gerade da habt.

Bitte kopiere dies in deinen Status, wenn du ständig gebeten wirst, Dinge in Deinen Status zu kopieren von Menschen, die Dinge in ihren Status kopieren. Viele werden dies nicht in ihren Status kopieren, aber meine wirklich sarkastischen Freunde werden es kopieren, weil sie von Natur aus sarkastisch sind. Wenn du dies nicht in deinen Status kopierst, dann bedeutet das, du hasst Speck. Und wenn du Speck hasst, gewinnen die Terroristen und ein Einhorn stirbt. Möglicherweise auch kleine Welpen. Und gelegentlich Baby-Ziegen. Aber niemals Drachen.
Niemals darf das Einhorn sterben!!!

Lassen wir uns also den Spaß nicht verderben. Auch nicht von so einem Ohrwurm, den euch irgendein Blogpost eingepflanzt hat. Ein bisschen Spaß muss sein…!

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